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In NAMIBIA
Wir freuen uns auf unseren letzten Reiseabschnitt und die Zeit im Kaokoveld und im Damaraland!
Am 18. Januar 2026 reisen wir wieder in Namibia ein: die kleine Dobe-Grenze ganz im Nordwesten ist zwar irgendwie aus der Zeit gefallen und fast etwas romantisch, aber sie dient uns diesmal nicht: wir können keine Road-Tax kaufen hier (ist obligatorisch, wenn man auf Namibias Strassen unterwegs ist) und wir können Ali offiziell auch nicht mit Zollpapieren einführen.
Also verbringen wir die ersten drei Tage zwar in der für uns gemütlichen und schönen Tsumkwe Country Lodge als einzige Camper und geniessen das feine Essen im Restaurant, aber einen grossen Teil der Zeit verbringen wir mit Abklärungen, wo wir möglichst in der Nähe (+/- 3 Std. Autofahren) die erwähnten wichtigen Formalitäten erledigen können. Es ist etwas mühsam....... aber TIA (This Is Africa), hat jemand zu uns gesagt, der hier lebt und es wissen muss.
Zum Glück finden wir dennoch Zeit, zu den Nyae Nyae Pans zu fahren: in der Regenzeit sollen dort Tausende Flamingos und Pelikane Zwischenhalt machen. Der Offroad-Track dorthin ist recht gut befahrbar, dennoch landen wir in einem Schlammloch, das nicht so dramatisch ausgesehen hat, wie es sich nachher anfühlt! Aber mit 4x4, Untersetzung und Diff.-Sperre kommen wir wieder raus und entsprechend sieht das Auto aus. Wir finden dann  die Flamingos tatsächlich und auch grosse Herden von Gnus; leider sind sie sehr weit weg und wir können nicht in die Nähe fahren, um sie besser zu beobachten und zu fotographieren.
Also begnügen wir uns mit dem Foto vom kleinen Frosch: er ist kaum 2cm gross. Wir haben ihn nur aufgrund seines Hüpfers entdeckt und fast übersehen (Rubrik Tiere).

Anderntags nach ca. 4 Std. Fahrzeit nach Grootfontein hat man dann zwar Verständnis für unser Anliegen wegen des Zollpapiers, aber die junge Frau weist uns weiter zu ihrer Chefin nach Tsumeb (+ 1 Std Fahrt). Dort beraten sich dann vier Zoll-Beamtinnen untereineinander und mit uns, da der Grenzpolizist vor drei Tagen das Datum ins Papier eingetragen hat und er dazu nicht befugt gewesen wäre. Zudem ist es natürlich ein anderes Datum als das Heutige. Nach fast einer Stunde findet sich dann doch eine Lösung mit von Hand auf das Carnet geschriebener persönlicher Telefonnummer und Name der Chefin, die bereit ist, auch noch in einem Jahr und gegenüber den Schweizer oder irgendwelchen Behörden ihren heutigen Eintrag und die beiden verschiedenen Zoll-Daten zu begründen und bestätigen. Aber noch etwas wird klar: es gibt hier und weit und breit kein Road-Tax Office. Wir haben also die Wahl, 5-6 Std. nach Windhoek oder an die angolanische Grenze zu fahren, um dieses Papier zu bekommen. Wir entscheiden uns für Omahenene, den Grenzort nach Angola, den wir vom Dezember 2024 schon kennen und den wir sehr professionell und die Menschen dort als sehr herzlich erfahren haben. Und auch aus dem Grund, dass wir ja eigentlich nach Westen und nicht nach Süden fahren wollen. Also nun halt mit einem grossen nördlichen Umweg, aber wir haben ja Zeit....

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Als einzige Camper und einzige Gäste am Abend in der hübschen Tsumeb Country Lodge.
Bäume: rund um Tsumkwe und bei den Nyae Nyae Pans stehen uralte Baobabs: sie strahlen immer eine besondere Energie aus. Und später im Ovamboland Richtung angolanische Grenze sind es die Makalani-Palmen auf den sandigen Ebenen - jetzt in der Regenzeit oft unter Wasser - die die Landschaft sehr prägen.

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Endlich an der Grenze Omahenene: wir werden auch diesmal sehr herzlich empfangen, in 10 Minuten ist die Road-Tax gekauft und die nette Dame plaudert mit Ueli darüber, dass sie sich an seine Autonummer erinnere, weil sie so speziell sei und weil so selten Ausländer wie wir die Grenze passieren...... Ueli schmilzt, nicht nur wegen der aktuellen 42 Grad.

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Und wieder ändert die Landschaft: nach einer heissen Nacht mit mehr als 30 Grad in der Nähe der Grenze auf der schönen Okapika Campsite und netten Plauderstunden mit der Chefin Rose, die wir von unserem letzten Besuch im Dezember 2024 kennen, fahren wir wieder Richtung Süden. Wir befinden uns im Kaokoveld, der bergigen und kargen Region der Himba-Bevölkerung.

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Die Fahrt durch die Berge ist nicht allzu lang und wir übernachten in Opuwo, einer Kleinstadt, die ebenfalls von der Himba-Bevölkerung und - offen gesagt- von deren Armut geprägt ist. Der alte nette Campsite wurde verlegt, ist nun quasi schattenlos und eine grosse Enttäuschung. Wir müssen den Nachmittag bei über 40 Grad einfach aushalten - zum Glück haben wir zwei Markisen. Kühles Wasser gibt es nicht, da alle Leitungen über der Erde liegen und erst nach 8 Uhr abends etwas abkühlen.
Anderntags beim Einkaufen bieten die Himbamädchen ihren selbst gefertigten Schmuck und Fat Cakes an: eine Art in Öl gebratene "Berliner" ohne Füllung, aber schmackhaft!

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Schon seit ein paar Jahren wollten wir das abgelegene Camp Aussicht und seinen besonderen Gründer und Besitzer Marius Steiner besuchen und kennenlernen.
Leider ist Marius vor fünf Monaten verstorben. Er hat ein einzigartiges Naturreservat in den Bergen und seine Steinbrüche hinterlassen. Sein bisheriger Mitarbeiter Hans und dessen Partnerin Svenja führen den Betrieb und die kleine Steinbrüche (Dioptase) nun weiter.
Der Zugang ist schon besonders: zuerst muss ein Flussbett überquert werden, das gerade in der Regenzeit immer wieder anders zu bewältigen ist. Die Anfahrt zum Camp ist holperig und dauert fast eine Stunde, aber die Schilder unterwegs lassen schmunzeln und die Belohnung bei der Ankunft ist gross! Nomen est Omen.

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Hans und Svenja zeigen und erklären uns einen der kleinen Steinbrüche und Stollen, nachdem wir bereits auf dem Anfahrtstrack immer wieder funkelnde blaue und türkise Steine (Dioptase) gesehen haben.

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Wir geniessen das Sein und die totale Ruhe im Camp Aussicht!
Die Wasserversorgung besteht nur aus gefiltertem Regenwasser. Es wird u.a. in Kavernen nach alter Himba-Tradition gesammelt und gespeichert. 
Wasser ist hier besonders kostbar und so gibt es Plumpsklos mit herrlicher Aussicht und diese einfachen Duschen: sie funktionieren bestens und mit einem ganzen Kübel Wasser kann man nicht nur duschen, sondern auch noch Haare waschen.
Die Steine der Wände wärmen sich tagsüber auf und den Kübel kann man an die Sonne stellen, sodass die Dusche am Abend vor dem ins Bett gehen ziemlich angenehm lauwarm ist (wir gehen hier ja früh ins Bett). Die Nachtstimmung ist zauberhaft.

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Bei der Weiterfahrt zeigen uns die nächsten "Schilder" von Marius an, was Sache ist.







Wir wollen an dieser Stelle auf das besondere Lebenswerk von Marius Steiner als Berater, Freund und Unterstützer der Himbakultur hinweisen. Mehr Informationen sind zu finden im Internet unter seinem Namen Markus Steiner Namibia und/oder unter
Camp Aussicht.

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Heute haben wir Glück und erleben eine frisch geplättete Piste: da ist es eine Freude, auf der Gravelroad zu fahren. Später stossen wir auf den "Grader", der dies alle paar Monate macht. In Namibia ist mit dem wachsenden Tourismus mit starken Autos ein zunehmend grosses Problem entstanden, die Gravel-Roads instand zu halten. Die harten Reifen der mittlerweile schnellen, powergeladenen Autos und die unangemessenen Beschleunigungen machen viele Pisten kaputt und es entwickelt sich unangenehmes "Wellblech".
Unser Ziel ist heute die kleine Ortschaft Sesfontein und die Fahrt ins Hoanib-Tal. Wir hoffen, dass es trocken ist, da die Piste dort mehr oder weniger direkt im Flussbett verläuft.
Von nun an wird es sandig und staubig......

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Der erste Wüstenelefant! 

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Welch abwechslungsreiches Tal! Sowohl in Bezug auf Berge, Weite, Schluchten, Täler, und wie wir nicht zu hoffen wagten: so viele Wüstenelefanten!

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Emaal go luege............                                                                                                             Ooops, ende Feuer, umdrehen!

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Und auch hier heisst es umdrehen: nun beginnt der Track, für den eine Bewilligung nötig ist und wo man nur mit mind. zwei Fahrzeugen fahren sollte.
Wir haben unterwegs bereits Elefantengruppen gesehen, die in der Mittagszeit im Schatten ruhen. Also fahren wir wieder dorthin und suchen dann später einen schönen Übernachtungsplatz in diesem wunderbaren Tal.

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Diese beiden Verliebten und ihre Kuscheleien haben wir zuerst entdeckt und es vergingen ein paar Sekunden oder sogar Minuten, bevor wir weiter unter den Baumschatten geguckt haben.......

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Auch Elefantenkinder machen Mittagsschläfchen........                                                            und werden von Müttern und Tanten gut bewacht

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Und plötzlich ist genug geschlafen! Aktivität ist angesagt, während die Verliebten weiter schmusen.....

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Wir geniessen es einfach, lange im still stehenden Auto zu sitzen und zu beobachten, was passiert. Wirnehmen wahr, wie friedlich die Elefantengruppe ist und wie sie sich mit den Kleinen für unser Auto zu interessieren beginnen. Sie wenden sich uns zu und kommen ganz nahe.... wir schliessen die Fenster, da wir doch etwas unsicher sind, was unser Geruch auslösen könnte. Es ist so schön, einfach zusehen zu können, wie sie miteinander kommunizieren, neugierig sind, schnuppern und schliesslich dann ihres Weges gehen.

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Wir fahren noch ein Stück weiter, es ist später Nachmittag. Und drum Zeit, einen schönen Platz für ein wild camp zu suchen. Im Flussbett und der direkten Umgebung werden wir nicht nächtigen, also eignet sich ein kleines Seitental besser. Derzeit bläst immer noch ein ziemlich starker Wind, viel Sand wirbelt in der Luft. Wir entscheiden uns, den Platz zu suchen, wo wir vor fünf Jahren mit Isabelle, Kurt, Daniel und Marion übernachtet haben. Es ist wiederum einfach herrlich, diese Weite zu erleben und hier an diesem Platz ziemlich sicher zu sein, dass wir uns am Abend auch draussen aufhalten können. Drum bleiben wir zwei Tage und Nächte in diesem einzigartig schönen Tal.

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Am zweiten Abend besucht uns sogar eine kleine Elefantenherde und weidet quasi direkt vor uns (kaum 80 m neben der Feuerstelle auf dem ca. 4m tiefer liegenden Fluss-Schwemmland)

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Mit etwas Wehmut verlassen wir am frühen Morgen diesen zauberhaften und sich uns in so vielen Farben zeigenden Platz im Seitental des Hoanib. Langsam nähern wir uns dem Wasserloch und hoffen auf ein paar Tierbegegnungen, bevor wir wieder flussaufwärts nach Sesfontein und von dort via Palmwag ins Huab-Tal fahren wollen. 

Und tatsächlich treffen wir auf ein paar scheue, sehr wachsame Giraffen, die sich nach etwa 30 Min. doch trauen, am Wasserloch zu trinken, wo wir in der Nähe still warten.

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Vom Flussbett her nähert sich plötzlich eine Elefantengruppe...... die Giraffen fühlen sich gestört und verziehen sich sehr schnell......Es ist rasch klar, wer hier dominiert.....

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Wir könnten stundenlang zusehen, wie die kleine Elefantenherde sich bewegt, was wichtig zu sein scheint, wer wem den Vortritt lässt......wir erkennen die Herde von gestern Abend auf dem weiten Feld bei unserer Campsite.
Doch wir fahren weiter und treffen nocheinmal auf "Langhälse": eine Giraffe und ein Gruppe jugendicher Strausse, die nach Nahrung suchen.

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In Sesfontein überholen wir einen lokalen Lastwagen und decken uns im Market noch mit etwas Wasser und fat cakes ein....bevor wir südwärts Richtung Huab Tal fahren.

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Die Landschaft wird felsiger und zeigt sich in warmen Rot-Braun-Farben.

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Wir nähern uns dem Damaraland im Süden langsam an und fahren bis Palmwag, einem wegen der Wasserstelle und alten, sich kreuzenden Pfaden speziellen Ort  und Dorf in der Steinwüste.
Wir kennen die einsam ausserhalb der Siedlung gelegene Palmwag-Lodge mit Campsite und Restaurant von früheren Reisen und freuen uns darauf, hier etwas Luxus geniessen zu können.
Und tatsächlich: die Campsite wurde neu gebaut und wir haben für zwei Tage eine eigene Dusche, Toilette, Küchenzeile und einen Platz unter einem grossen Baum mit Webervogel-Nestern. Letztere sind grad am Nester bauen und umbauen und Ueli findet es nicht so toll, in den Ritzen von Ali alle möglichen Dinge herausklauben zu müssen. Und Andrea bekommt einen Sch... mitten auf den Kopf...... Die Abendstimmungen hier sind tatsächlich so farbenfroh wie auf dem Bild.
Wir verbringen hier zwei Tage, geniessen das tolle Buffet im Restaurant und natürlich: die Elefanten, die in nächster Nähe vorbeiziehen, da das kleine Flüsschen direkt vor der Campsite beim letzten Regen Wasser geführt hat und nun Schlammlöcher zum Abkühlen vorhanden sind.

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Nach zwei heissen und ruhigen Tagen in Palmwag (wir haben hier das erste Mal unsere Fotos aussortiert und diese so anstrengende Arbeit mit einem Gin Tonic unterbrechen müssen) fahren wir weiter. Die Gravel-Piste quert bald den Huab-Fluss und wir fahren flussaufwärts ins Tal hinein. Als wir aber nach ca. einer Stunde auf immer mehr Wasser treffen und wissen, dass sich das Flusstal streckenweise verengt, entscheiden wir, umzukehren und flussabwärts zu fahren. Ein guter Entscheid.

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Wir finden am späteren Nachmittag einen wunderbaren Platz am Fusse der Berge, nachdem wir im trockenen Flussbett des Huab flussabwärts gefahren sind. Und wiederum sind uns Elefanten begegnet und natürlich lassen wir uns Zeit, sie einfach aus der Nähe zu beobachten. Immer eine ganz spezielle Stimmung.
Der Platz für unser wild camp liegt etwas weiter als Astrids Lieblingsplatz, dem Adlerfelsen......

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Eine warme Dusche in der Abendsonne: unbezahlbar! und sich dann vom Wind trocknen lassen und echli früüre......

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Der Aufbruch am frühen Morgen fällt uns wiederum nicht so leicht, nachdem wir eine fast wolkenlose Nacht an diesem herrlichen Ort verbracht haben. Aber wir wissen, dass es heiss werden wird und wir wollen gerne dem Bergfuss entlang nach Westen und dann im Flussbett des Huab wieder nach Osten, um weiter in eine uns noch unbekannte Gegend zu fahren.
Zunächst ist unsere Fahrt ziemlich holperig auf einer kaum sichtbaren Piste und führt an einer verlassenen Wasserstelle vorbei.
Sind diese Korhane nicht perfekt getarnt? Wir entdecken sie nur, weil sie vom Motorengeräuscht aufgeschreckt wurden.

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Nach zwei Stunden Fahrt dem Bergfuss entlang und Irrfahrt auf einem Pfad, der im Nirgendwo endete und trotz GPS-Karte keinen Zugang zum Flussbett ermöglichte (das ändert ja in der Regenzeit oft), gelangen wir endlich auf die Spur ins Huab-Flussbett.
Und wer begegnet uns wieder? Wir freuen uns einfach!

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Nicht nur wir sind neugierig..............

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Die Mittagshitze drückt, es ist sehr heiss. Wir fahren weiter in Richtung de  Riet - einem kleinen Dorf - und suchen dort einen Weg in die Damara-Berge, wo wir wieder einen ruhigen, einsamen wild camping Platz zu hoffen finden. Doch zunächst sind es nur Wellblechpisten, dann Tiefsand im Flussbett des Aba Huab. Schliesslich windet sich der Pfad durch Hügel aus Sand und Stein.
Der Rundblick auf einem kleinen Berg, den wir auf einer kleinen steilen Piste erreichen, ist einzigartig. Auch an diesem Tag treffen wir auf kein anderes Auto, sehen von weitem im kleinen Dorf de Riet nur zwei Personen und fühlen uns fast allein auf der Welt: ein wunderbares Gefühl. Es ändert sich dann aber doch etwas, als wir versuchen, in kleinen Seitentälern einen schönen Platz zum Übernachten zu finden. In den kleinen Tälern scheint die Luft zu flimmern, es ist drückend und schattenlos, weil keine Bäume da sind. Wir haben keine Lust, hier den Nachmittag zu verbringen und fahren weiter.

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Ein kleines Tal ist erstaunlich grün und es wachsen Bäume. Wir sind ziemlich weit gefahren und befinden uns unweit von Twyfelfontein. Wir beschliessen, zwei Tage auf der Mowani Mountain Campsite mit eigener Dusche etc. und Schattendach pro Platz zu verbringen (echli persönlicher Luxus). Einfach immer schön!

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Die Zeit vergeht im Fluge und wir geniessen es, hier die kleinen Tiere zu beobachten..... und planen die nächsten Reisetage. Die Tage sind heiss und schwül, Gewitter ziehen vorbei, es kühlt nicht ab. Aber den beiden Echsen ist das egal.....

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Wir haben die Route für die nächsten 2-3 Tage festgelegt und fahren von Twyfelfontein durch den Doros Nationalpark Richtung Süden und Brandberg. Hier gibt es viele schöne Offroad-Tracks und geniessen die Fahrt durch die zunächst sehr bergige Landschaft unendlich.... kein anderes Fahrzeug begegnet uns.
Beim Eingang zu diesem Nationalpark, der Conzessions-Land verschiedener indigener Stämme umfasst, befindet sich der burnt mountain, der verbrannte Berg. Die Hitze und Sonne sowie der Wind lassen grosse Erosionen uralter Gesteins- und Bergschichten entstehen.

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Im Doros Nationalpark leben die einzigen hier nie ausgerotteten Nashörner Namibias, aber auch Giraffen, verschiedene Antilopenarten, Hyänen und Jackale. Wir erkennen Giraffen von weitem und freuen uns an der grossen Herde von mehr als Hundert Springböckchen, die auseinanderstieben, als wir uns ihnen nähern, dann aber doch in gewisser Distanz neugierig stehenbleiben.
Und nach kaum 20 km ändert die Landschaft wieder, wir fahren in einem trockenen Flusstal und begegnen Zeichen vergangenen Lebens.

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Nach einem langen heissen Fahrtag durch tolle Landschaft erreichen wir das Madisa Camp an einem Seitenarm des Ugab-Flusses. Wie wunderbar, sich einfach an die alte, kreativ mit altem, aufgeschnittenen VW-Bus gebaute Bar setzen zu können und den Sonnenuntergang zu geniessen! Natürlich mit einem Sundowner, diesmal ein Bier.

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Wir lieben diese Felshügel voller verschiedenster Formen und Farben und fühlen uns an solchen Orten einfach wohl. Es gibt immer etwas zu entdecken......und natürlich fragen wir uns, in welchen Zeiteinheiten sich die Steine verändern und wann diese Hügel einst ganz abgetragen sein werden.
Nicht selten kann man Steinblöcke erkennen, sie sich einfach geteilt haben vor lauter Hitze. Ein Beispiel sieht man auf dem Bild rechts.

Und wir wissen auch, dass viel Leben ist in den Felsen. Nicht nur die kleine Zebraschlange, die wir tot auf dem Weg gefunden haben, hatte hier ihr Versteck. Auch die scheuen, aber aus sicherer Distanz immer neugierig beobachtenden Klippschliefer leben hier, genau so wie Echsen, Steinwarane und sonstiges Getier.

Nach zwei gemütlichen Tagen fahren wir auf alten Farmpfaden weiter Richtung Brandberg.
 

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Die steinige Piste weicht bald weichem, sandigen Grund und führt über altes Farmland. Welche Freude zu sehen, dass in dieser oft jahrelang knochentrockenen Gegend das Gras wegen des segensreichen Regens dieses Jahr hoch steht.

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Der Brandberg, immer wieder anders. Ein paar Mal waren wir schon hier im Wissen, dass hier Wärme resp. Hitze und Trockenheit herrschen und auch einfach, weil es von hier aus viele verschiedene Offroad-Strecken und tolle Landschaften zu erleben gilt. Der Brandberg ist mit mehr als 2'500 MüM. das grösste und höchste Bergmassiv Namibias, von vielen Tälern und Schluchten durchzogen. Wir sind um die Mittagszeit bereits in der Nähe und beschliessen, dem Ugab-Fluss entland nach Norden und wenn möglich im Flussbett zurück nach Süden zur White Lady Campsite zu fahren. Wie fast täglich in den letzten beiden Wochen sind wir alleine unterwegs. Als es mir - Andrea- nach drei Anläufen nicht gelingt, vom sandigen und nun etwas feuchten Flussbett die tiefsandige Fluss-Böschung hinaufzufahren, bin ich schon sehr erleichtert, dass Ueli übernimmt und es mit Diff-Sperre gut schafft. Das Tal wird eng, wir begegnen mehr Wasser. Also umdrehen und auf dem Track zurückfahren zur Campsite. Wie schön sind die manchmal stündlich verschiedenen Wetter-Stimmungen an diesem tollen Ort zwischen Ugab-Fluss und Brandberg Massiv.

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Auf der Campsite halten sich nur sehr wenige andere Reisende auf, darunter ein sympathisches und sehr interessantes Paar, mit denen wir einen fröhlichen Abend verbringen. Heiko ist deutscher Chemiker und war in verschiedensten Ländern tätig. Seine Frau Helen stammt aus Nordost-Asien. Wir erfahren viel Spannendes und Trauriges, Bedenkenswertes.
Am anderen Tag brechen wir nicht allzu früh auf und wollen südlich um den Brandberg herum zum Messum-Crater fahren, um von dort zum Atlantik zu gelangen.

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Quasi mitten in der Steinwüste betreibt der indigene Stamm dieser Region eine kleine, hübsche Campsite. Sie haben ein Wasserloch gebohrt, verfügen über solar power und bieten eine Art Bar an, wo man mitten in dieser trockenen Region Bier und Cola konsumieren kann! Es kommt wohl kaum mehr als ein Mal  in der Woche jemand vorbei....
Im Angebot gibt es auch einen begleiteten Spaziergang zum Elephant Rock, Namensgeber dieses speziellen Ortes.

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Beim Weiterfahren entdecken wir wieder Wüstenmelonen. Zum Teil sind sie angeknabbert. Die Wüstenmelonen sind nahrhafte und feuchigkeitsspendende Nahrung für viele Wildtiere. Die Samen resp. das daraus gewonnene Öl der Wüstenmelonen werden seit Jahrhunderten von der indigenen Bevölkerung für die Hautpflege und als Sonnen-schutzmittel verwendet.

Überschrift 1

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​Auf der "Passhöhe" am Messum Crater: traumhaft schön! Vor einem Jahr waren wir mit Claudia und Alex hier und wir wollen diesmal auf einer etwas anderen Route nach Westen an den Atlantik fahren.

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glücklich!

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Je weiter wir nach Westen und in niederere Regionen kommen, wo bereits der Atlantik Nebel und die Feuchtigkeit in die Wüste dringen, treffen wir auf immer mehr und zum Teil sehr grosse und mehrere hundert Jahre alte endemische zweiblättrige Welwitschia Pflanzen (bereits vor 112 Mio Jahren auf der Erde und 1859 vom österr. Arzt und Botaniker F. Welwitsch entdeckt). Sie sind etwas ganz Besonderes und seltsam Schönes.

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Der einsame Springbock ist das einzige für uns sichtbare Lebewesen weit und breit.......

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Nach langer und sonniger Fahrt Richtung Atlantik suchen wir unser letztes Wild Camp. Es ist später Nachmittag, wir erleben den zunehmenden Nebel und die Feuchtigkeit des nahen Atlantiks, vor allem aber den wirklich kalten Wind. Wir suchen den Schutz eines kleinen Berges, aber es wird kein gemütlicher letzter Abend draussen vor dem Ali sitzend. Stattdessen öffnen wir unseren geliebten und für besondere Gelegenheiten aufgehobenen Boschendahl Rosé Brut drinnen und feiern mit einem kleinen Apéro und anschliessendem Linsen-Curry mit Filet unsere spannende und vielseitige Reise. Wir sind glücklich und dankbar.

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Der nächste Morgen beginnt kalt und sonnig: unser letzter Reisetag bricht an und führt uns ans Meer.
Wir werden die kommende Woche in Swakopmund und dann weitere 10 Tage auf der Farm bei Christiane und Martin verbringen, bevor wir in die Schweiz zurückkehren.

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Wohin unser weiterer Weg wohl führen mag?

©2021 Andrea Jungen & Ueli Lattmann. Erstellt mit Wix.com

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