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Wieder nach Sambia reisen, zum zweiten Mal.
Das erste Mal war im Januar 2022, als es während drei Wochen vor allem geregnet hat. Nun sind wir gespannt, was uns diesmal erwartet.
Wir kommen nach Sambia, um unser neues Carnet de Passage zu aktivieren und dann unbeschwert für ein Jahr wieder in der Zollunion der südafrikanischen Länder reisen zu können. Es ist der 15. November und seit knapp drei Wochen regnet es fast jeden Tag, besonders im Senyati Camp, wo wir ja diesen Tag des Grenzübertritts und der neuen Gültigkeit des Carnet abwarten.

Diese Grenzbrücke zwischen Botswana und Sambia über den Sambesi
finden wir einfach ganz toll und schön. Und es war ebenso schön, an diesem Samstag-Vormittag innert 45 Min. und entgegen aller Unkenrufe einen professionellen Service der Grenformalitäten und Geldwechsel erledigen zu können.

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Erinnern sich wohl unsere Leser*innen, welches das erste Bild vom Grenzübertritt nach Botswana war? Ja richtig, eine Affengruppe von Baboons/Pavianen ist uns begegnet. 
Und was ist das Letzte, was uns diesmal vor dem Grenzübertritt von Botswana nach Sambia begegnet? Erneut eine Affengruppe, die sich auf diesem Lastwagen vergnügt: dass er eine grosse Beschriftung von "abnormal" trägt, belustigt zusätzlich und nicht ganz unbemerkt bleibt auch die Bemerkung auf der hellgrünen Ladebrücke (in Allah we trust)

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Strassenszenen auf unserem Weg nach Norden: wir wollen in zwei Tagen Lusaka erreichen, da uns sehr bewusst ist, dass die Regenzeit begonnen hat und viele Orte, die wir besuchen wollen, irgendwann nicht mehr erreichbar sein werden, wenn es zu viel geregnet hat.
Unterwegs übernachten wir zwei Tage bei Rob&Claire auf ihrer Farm: wir kennen sie seit wir vor 4 Jahren erstmals hier waren. Und wer trifft am Abend auf derselben Campsite ein: zwei Berner Paare, die ziemlich erschöpft wirken und auf der Rückreise sind, da sie zwei Mal im Schlamm stecken blieben..... na ja, das macht uns nicht gerade gute Laune, aber wir versuchen es locker zu nehmen, als es dann wenig später eine ziemlich nasse Nacht wird.

Strassenszene auf dem Weg auf der Hauptverbindung durch Dörfer in die Hauptstadt Lusaka

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Als wir endlich Lusaka erreichen, gehen wir am südl. Stadtrand vorsichtshalber im grossen Supermarkt Shoprite einkaufen nach dem Motto: was mer händ, hämmer!
Dann geht es im Schritt-Temp durch Lusaka: ein Spektakel! Hier werden zwischen den Autoschlangen gerade Kopfkissen und Steinschleudern verkauft.

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Die einen wären wohl genervt, wir finden es unterhaltsam und spektakulär, was dank Schritt-Tempso alles zu sehen und zu erleben ist.

Knapp vor Dunkelheit kommen wir dann im Pioneer Camp ausserhalb von Lusaka an: ein netter, bequemer Campingplatz, ganz ruhig in einem Waldgebiet.
Wir suchen - sofern es möglich ist - immer Campsites ausserhalb von grossen Ortschaften oder Städten, weil dies einfach das Risiko von Malaria-Ansteckung deutlich verringert: die Mücken haben in der Regel einen Radius von 1-2 km.
Campsites wie das Pioneer Camp sind Austausch-Orte und darum für Reisende wie wir sehr wichtig. So erfahren wir von Ashley, einem Lodge-Manager, dass er aufgrund der Regenfälle eine Woche im North Luangwa Nationalpark feststeckte und danach nur mit grossem Umweg in unendlich mühsamer Fahrerei nach Chipata und schliesslich nach Lusaka fahren konnte. Er rät uns dringend davon ab, nach Osten zu fahren und den von uns so lange ersehnten Besuch im South Luangwa Nationalpark aufzuschieben oder die Pläne aufzugeben. Im Camp treffen wir die Berner wieder und auch noch Gabi und Eric,, ein Paar aus dem Zürcher Oberland. Sie kommen ebenfalls vom South Luangwa Nationalpark, auch sie haben Regen erlebt. We are not amused...... 

Zunächst fahren wir zwei Tage später dennoch auf der Great East Road (Verbindung von Sambia nach Malawi) nach Osten nach Mapanshja, einem Ort, von dem Astrid und Rolf und Michi und Nadja uns erzählt haben. Dort haben seit Jahrzehnten Schweizer Missionare ein Regionalspital und Schulen mit Werkstätten aufgebaut (Furrer Foundation) und dort befindet sich auch ein spezieller Campingplatz.
Die Landschaft ist grün und fruchtbar und gefällt uns, es ist aber auch sichtbar, dass die Menschen in grosser Armut leben.

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Benjamin Furrer hat zusammen mit lokalen Menschen in einem versteckten kleinen Tal mit Bach einen Ort geschaffen, an dem sowohl grosse Gruppen als auch einzelne Reisende wie wir in der Stille und Einsamkeit im Bush Tage verbringen können. Hier finden Schulungen - auch internationale mit Interessierten aus ganz Afrika - statt zu landwirtschaftlichen Theme wie Beweidung, Ackerbau und Transhumanz.
Ohne einen Guide, den wir anrufen konnten, hätten wir diesen versteckten Ort nicht gefunden: es ging bergauf und ab und er fuhr in dieser Hitze einfach mit dem Velo voraus!
Es war dann ein sehr schöner, einsamer Platz, den wir geniessen konnten: vor allem die Dusche hat uns beeindruckt! Aus einem eingekerbten Stein fällt das im Donkey aufgeheizte Wasser im open air Hüttchen wie ein kleiner Wasserfall auf uns herunter: himmlisch! Speziell zu bemerken: es gibt hier eine Steinablage für die Seifen, richtige Wasserhahnen, Stangen für die Tücher und der Ablauf funktioniert tadellos!

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Dieser spezielle Campsite wird von den ortsansässigen Menschen betrieben und sie stellen weibliche und männliche Guides zur Verfügung, die gegen ein Entgelt auch Wanderungen und Klettertouren begleiten oder einfach zu den Gästen schauen.
Unser guter Geist, der am Abend und am frühen Morgen zu uns resp. auf der Campsite zum Rechten schaut, ist Alfreda, eine so herzliche Frau.
Und die Kinder am Dorfrand winken uns bei der Rückreise nach Lusaka ebenso herzlich zu, als wir entschieden haben, aufgrund des weiterhin regnerischen Wetters nach Lusaka zurückzufahren und unsere Pläne für den Besuch der Nationalparks im Osten vorerst aufzugeben.

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Zurück im Pioneer-Camp in Lusaka: etwas rat- und lustlos. Aber es ist ein schöner, grüner Ort, es gibt gute Pizza, guten Wein und wir lassen unser Wäsche waschen.
Und gutes Internet erlaubt uns, den ersten Reisebericht fertig zu stellen.

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Nach zwei Tagen sind der Reisebericht und die Wäsche fertig, der Regen hat aufgehört. Wir beherzigen die Empfehlung von Ashley, nach Norden zu fahren und dort Sehenswertes zu besuchen und laufend aufgrund des Wetters zu entscheiden.
Also auf ins Abenteuer auf der Great North Road: DIESE Strasse ist das Abenteuer!
In beiden Richtungen tausende Lastwagen nach Tansania oder in den Kongo unterwegs auf einer Strasse voller Löcher, ausgefransten Seitenrändern, Umleitungen, neuen, aber noch nicht geteerten und bereits wieder kaputten Pisten (Chinesische Unternehmen sind in einem Jahrzehnte-Werk damit beschäftigt, diese wichtige Nord-Südverbindung neu zu erstellen).

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Irgendwo hier dazwischen müsst ihr euch uns in unserem Ali vorstellen: Ali ist ein Winzling zwischen diesen Trucks. Am Strassenrand ganz viel Unfallfahrzeuge, in Dörfern Geschäfte am Strassenrand. Es ist die wichtigste Strassenverbingung des Landes, wir sind jedoch mit durchschnittlich 40-50 Std./Km unterwegs. Einmal treffen wir auf Gabi und Eric, auch sie erschöpft und müde, sie versuchen, den nächsten grösseren Ort mit Übernachtungsmöglichkeit zu erreichen. Wir sind etwas langsamer......

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Kurz vor Dunkelheit - auf solchen Strassen wollen wir auf KEINEN Fall in der Dunkelheit fahren - entdecken wir nach einem erfolglosen Versuch, einen Campingplatz zu finden, diese kleine Baptistenkirche nahe der Strasse. Wir parken einfach auf ihrer Rückseite und sind wirklich erschöpft: Ueli ist 10 Stunden gefahren mit wirklich schwierigen Rahmenbedingungen (mit links-gesteuertem Auto im Rechtsverkehr ist die Übersicht völlig eingeschränkt z.B.bei Überholmanövern, grosse Trucks nehmen keine Rücksicht, die ausgefransten Strassenränder brechen z.T. 40 cm hoch ab in den darunterliegenden Sand).
Kaum sind wir auf unserem geschützten Platz hinter der kleinen Kirche ausgestiegen, kommen die einheimischen Hüttenbewohner*innen zu uns. Mittlerweile ist es dunkel und wir sind zum Glück im unkomplizierten und herzlichen Gespräch schnell einig, dass wir hier bei ihnen übernachten dürfen und sie am anderen Morgen um 6 Uhr (Vorschlag von ihnen, da sie zur Feldarbeit früh aufbrechen wollen) zum Kaffe und Verpflegung zu uns kommen.

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Als wir nach gutem Schlaf um 5.30 Uhr aufwachen, stehen schon mehrere Leute in diskretem Abstand um unseren Ali herum.
Der Kaffee mit vier Löffeln Zucker pro Tasse (auf ihren Wunsch :-)) wird schliesslich von dem kleinen Mädchen fertig getrunken, aber die Honigbrote werden von allen verschlungen. Und am Rand des Platzes befindet sich sogar ein Toilettenhäuschen (total sauberes Plumpsklo, das wir benützen können).
Nach einer Stunde herzlicher Begegnung und Radebrechen (Ueli immer noch im Pijama) brechen wir dankbar für diesen "geschenkten" Platz auf.

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Unser Ziel für heute ist der Kasanka Nationalpark, wo derzeit die Bat-Migration, also die Flughunde Migration (jährlich jeweils von Oktober bis Mitte Dezember) stattfindet. Millionen von Flughunden aus Afrika kommen in dieser Zeit an diesen speziellen Ort, um die frischen Früchte zu fressen, sich aufzufuttern, sich zu paaren und dann wieder Hunderte von Kilometern in ihre angestammten Gebiete zurückzukehren.
Der Park und die Campsites sind eher verwahrlost und werden von einem Trust gemanagt, der ziemlich grosse finanzielle und andere Probleme zu haben scheint. Wir bleiben denn auch anstelle von zwei nur eine Nacht. Dank eines jungen Paares aus Lusaka können wir mit ihnen in deren Auto zum Wald fahren, wo die Flughunde sind und für ihre nächtlichen Streifzüge aufbrechen. Mit dem offiziellen Fahrzeug der Ranger, einem offenen Bakkie/Transporter wären wir an diesem Regenabend triefend nass geworden,
Das Erlebnis der Flughunde ist aber wirklich einmalig und die Intensität dieser Stunde können wir auf Fotos leider nur rudimentär festhalten.

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Es ist ein magischer Moment, einfach zum Geniessen.
Wie gerne hätte ich in solchen Momenten ein riesiges Objektiv......und denke dann, dass wir der Versuchung, alles fotografisch festzuhalten, gar nicht erliegen müssen.
Einfach nur erleben, staunen, sich freuen..........

Das Wetter klart langsam auf, der Regen wird zum Niesel...... endlich wird es trocken. Auf unserer langen Fahrt gestern und heute fällt uns immer wieder die Eisenbahnlinie auf, die dieser Nord-Süd-Hauptverkehrsachse entlang nach Tansania verläuft: die Konstruktionen wie Bahndämme, Brücken und Hügeleinschnitte sind beeindruckend. Wie wir später erfahren, wird diese sehr alte Bahnverbindung erneuert (von chin. Investoren). Um unser nächstes Ziel zu erreichen, überqueren wir die Eisenbahnlinie und fahren dann 25km landeinwärts zu den Mutinondo Moutains ins Mutinondo Wilderness Camp.

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Der erste Abend im Camp: ein eigenes Dach (Lapa oder Boma genannt) über einer fast halboffen gemauerten Rundhütte und einen Kamin: Ali steht direkt davor. Was können wir uns Besseres wünschen? Und dann ein sonniger Morgen!

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Nach dem Regen spriesst es überall in allen Formen und Farben....

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Wir erleben vier kurzweilige Tage: wir spazieren den Flüsschen entlang (und werden nochmals tüchtig verregnet), wandern auf den höchsten Berg hier, lernen Schweizer Ornithologen kennen, geniessen typ. sambisches Nachtessen mit Poulet und Nsima.

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Unsere derzeitigen Reiseetappen stützen sich nun aufgrund der Wetterlage und der Distanzen tatsächlich auf die Empfehlungen von Ashley und die Beschreibungen in meinem geliebten Reiseführer von Ilona Hupe. Wir brechen auf nach Mpika, um von dort zu den Kapisha Hot Springs und dem African House/Shiwa Ngandu zu fahren, einer mehr als 100 Jahre alten riesigen Mansion-Anlage mit Farm, Schule, Hospital, Schreinerei und Vielem mehr: Stewart Gore-Browne war als englischer Gentleman geboren und als sambischer Gentleman verstorbenen: quasi mitten im Bush und mit spannender Geschichte hat er ein einmaliges Erbe hinterlassen.
Doch vorerst müssen wir unsere Wasservorräte auffüllen. Dies tun wir in Mpika in der regionalen Wasseraufbereitungsanlage, wo auch Privatpersonen Wasser in allen möglichen Behältnissen zu sehr wenig Geld kaufen können.

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Da am Sonntag keine Führungen stattfinden, können wir die Mansion Shiwa N'gandu, die ein paar hundert Meter weiter von der Piste weg liegt, leider nicht besichtigen, aber allein der ehemalige Eingang und die Empfangssituation sind eindrücklich, ebenso wie die Auffahrtsallee.

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Wir erreichen nach einer Stunde mit 20 km weiterer Holperpiste durch zauberhaften Buschwald und an Dörfern vorbei unseren Campingplatz direkt am Fluss und 200m von den hot Springs entfernt: in Blasen blubbert leise das ca. 40 Grad warme Wasser aus dem Boden in ein natürliches Becken, das von einem botanischen Garten umgeben ist.
Die ganze Anlage finden wir einfach wunderbar, obwohl sie schon in die Jahre gekommen und teilweise etwas abgewohnt ist.
Wir geniessen warme Bäder gemütlich im Wasser sitzend genau so wie den paradiesischen Garten und das Abendessen mit Mark Harvey, dem Enkel des "verrückten Engländers" vom african. House: so viel gelacht zu seinen verschiedenen Erzählungen haben wir schon lange nicht mehr! Er sollte ein Buch schreiben, er ist ein wunderbarer Unterhalter und professioneller Safari-Tour Guide seit Jahrzehnten, betreibt auch das Buffalo Camp in North Luangwa. Aber es gibt auch Schattenseiten zu einem so spannenden Leben und wir sind beeindruckt, dass er diese mit uns teilt.
Mark findet denn auch heraus, dass wir nicht auf dem direkten Weg nach South Luangwa fahren können, da der Track aufgrund des bisherigen Regens vermutlich bis im Juni gesperrt sein wird. Niemand will freiwillig als einzelnes Fahrzeug auf Black-Cotton-Soil-Tracks fahren, d.h. auf besonders schlickigem Schlammboden und mit einer Höhendifferenz von ca. 1000 Metern sowie vielen Flussdurchquerungen. 

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Hot Springs Lodge und Marks Bar, Esszimmer, Lounge.....beim Warten auf das Nachtessen gibt es frisches Popcorn: noch nie haben wir so gute Snacks gegessen!!!

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Mit Marks neuer Routeninformation entscheiden wir, noch weiter nach Norden und dann auf einer sehr wenig befahrenen Strecke direkt nach Osten nach Chama zu fahren, einem Ort an der Grenze zu Mozambique. So können wir - unsere Hoffnung - von dort mit dem auftrocknenden Wetter der Grenze entlang nach Süden fahren, um von dort zu versuchen, dem South Luangwa Nationalpark doch noch einen Besuch abstatten zu können.
Einsame Holperpisten werden nach ca. 100 km abgelöst von einem neuen Sand-Track: offenbar wird hier an einer neuen Ost-West-Strassenverbindung gebaut, oder zumindest vorbereitet. Welch ein Genuss, ruhig über erstaunlich flachen Sand "cruisen" zu können nach 2 Stunden Rütteltour.

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Je weiter wir nach Osten kommen, desto flacher - das Escarpment, den Grabenbruch haben wir nun in fast 1000 Höhenmetern hinter uns - wird die Landschaft, besonders als wir uns dem Luangwa Fluss nähern.
Nach vielen Stunden durch die Natur treffen wir immer öfter auf Menschen, die grosse geschlossene Kübel tragen: sie haben darin Mopane Raupen im Wald gesammelt, die sie braten und esssen oder auf dem Markt verkaufen. Die Raupen sollen sehr proteinhaltig sein und gelten als saisonale Delikatesse.
Und plötzlich liegt sie vor uns: die alte Brücker über den oberen Luangwa Fluss! Solche Momente sind immer irgendwie berührend, da Brücken wie diese nicht nur eine besondere Geschichte, sondern noch heute eine grosse Bedeutung haben.
Zeitlich ist später Nachmittag, als wir hier ankommen und auf der andern Seite der Brücke merken, dass wir uns plützlich auf einer Teerstrasse befinden! Also fahren wir noch weiter bis Chama, anstatt einen Platz zum Wild Campen zu suchen, was hier angesichts der vielen Siedlungen ohnehin etwas schwierig werden dürfte.

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Ooops! die nächste Brücke nach Chama ist offenbar nicht passierbar........ also auf der Umleitung irgendwie über den Nebenfluss. Ganz einfach, das Wasser mäandriert und ist nicht tief.

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In Chama kommen wir am frühen Abend an. Wir wissen, dass es keine Camping Möglichkeiten gibt und suchen das "neuere" oder bessere der beiden Guesthouses. Für CHF 7.50 bezahlen wir ein Zimmer, aber nur zur Benützung der Dusche und Toilette. Wir ziehen es vor, im Ali auf dem Parkplatz zu schlafen!
In der Nacht und am frühen Morgen kriegen wir mit, wie afrikan. Reiseleben geht: es ist keine ruhige Nacht, aber wir fühlen und sicher und wohl. Am andern Morgen trinken wir unseren Kaffe unter dem grossen Mangobaum, bevor wir auf dem lokalen Markt einkaufen gehen: einen frischen Kabis und Tomaten.
Chama ist eine hübsche, saubere kleine Stadt mit freundlichen Menschen. Wir verlassen die Stadt gegen Osten, um der Grenze zu Mozambique entlang auf einer Bergkrete 6 Stunden auf einer "langsamen" Strasse nach Lundazi, der nächstgrösseren Stadt zu fahren.

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Lundazi ist ein typysch afrikanischer Handelsort und wird für uns zu einem Übernachtungsort in einem Hotel, da auch in dieser Region weit und breit keine Campsites vorhanden sind. Wild Camping ist keine Option, da sich ein Dorf an das andere reiht und die Felder gerade bestellt werden. Zum ersten Mal sehen wir Tabak-Anbau neben Mais.
Aber Ali bekommt eine grosse Wäsche und unsere eigene Wäsche wird im Hotel gewaschen. Das Klima ist sehr feuchtheiss, sodass wir echt froh sind über ein Zimmer mit Air-Conditioning.
Seit mehr als einer Woche ist nun kein Regen mehr gefallen. Wir geben die Hoffnung nicht auf und fahren durch eine zunehmend grüner werdende, hügelige Landschaft weiter nach Chipata, der östlichsten Stadt in Sambia und Ausgangspunkt für die zweistündige Fahrt nach Mfuwe beim Parkeingang zum South Luangwa Nationalpark. Ueli lässt sich von Andrea entgegen seiner eigentlichen Absicht und Planung überreden, die zwei Stunden nach Mfuwe zu fahren; im schlimmsten Fall werden es vier Stunden, falls wir wieder zurückkehren müssen.
Siehe da: das Wetter klart weiter auf und als wir in Mfuwe ankommen beim Wildlife Camp, ist der Boden total trocken und die Sonne scheint!
Und wir können auf einem Campsite direkt am Luangwa Fluss campen und werden von einer Horde grunzender Hippos im Fluss willkommen gehiessen.

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Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen trocken, es gewittert immer wieder in der Ferne. Wind und Wolken zaubern besondere Stimmungen an den Himmel.
Und natürlich haben wir Besucher und Besucherinnen, die einen dreister, die anderen mehr in der Distanz.
Und natürlich werden uns Bananen geklaut in einem Moment von Unachtsamkeit (wir haben uns angewöhnt, erst dann zu essen, wenn die Baboons/Paviane und die Vervet-Monkey weitergezogen sind), aber ganz gelingt es nicht immer.
Auf jeden Fall haben wir stundenlange Unterhaltung...... mit vielen witzigen Szenen mit diesen frechen, aber auch sehr sozialen Artgenossen.

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Diese kleine Elefangenherde zeigt  50m von unserem Camp entfernt am Wasserloch ihr jüngstes Baby.... Man hört sie nicht kommen und nicht gehen und es ist Zufall, wenn man sie entdeckt, da sie sich mit so einem kleinen, kaum eine Woche alten Baby (Info vom Ranger) nicht exponieren und wie sonst manchmal mitten durch die Campsite spazieren.

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Und wie könnte es anders sein:
wir geniessen diese Tage und ebenso einen Morgen- und einen Abend-Game-Drive, also Wild- und Landschafts-Beobachtungsfahrten.

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Ganz im Stil vom Auto und Anlass!
Und wir haben grosses Glück: wir sehen und erleben in erstaunlich grüner Landschaft in diesem tollen Nationalpark kuriose Bäume, Lagunen und........

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Eine Gruppe Wildhunde, die sich auch um ihren Verletzten kümmert und dessen Wunden lecken

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Büffel und Elefanten in der unendlich friedlichen Abendstimmung im Park

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junge Puku-Antilopen                                                                                                                ein junger Elefant: er hat aufgrund einer Wildererfalle einen verkürzten Rüssel

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Kronenkranich

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Saddle billed Stork    (oder gemäss Witz von unserem Guide: a German Stork)

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Die ausserordentlich hübschen Zebras hier im South Luangwa Nationalpark haben eine besondere Streifung: die Zeichnung geht unter dem Bauch durch und sogar der ganze Schwanz ist gestreift

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und dann taucht er auf, der junge Leopard!
Dank den scharfen Augen unseres Guides, der in einer Entfernung von ca. 80 m diesen jungen Leoparden entdeckt hat, der direkt auf uns zuläuft, kommen wir zu einem unvergesslichen Erlebnis!

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er sucht und findet seinen Ruhebaum, beobachtet uns genauso scharf wie wir ihn

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Der Baobab
The Baobab Tree, an african icon, symbolizes resilience and life. Deeply rooted in african culture and ecosystems. Revered in folklore and vital in maintained ecological balance, it offers shelter and sustenance to diverse species and serves as a communal hub, with its uses ranging from medicine to crafts. Source of water and fibres for many animals as well as for humans, testament for resiliance and longevity.
Der Baum des Lebens

Und wir entscheiden uns aufgrund einer herzlichen Begegnung auf unserer Campsite in South-Luangwa mit dem lederbehosten Gerhard und seinem ebenfalls lederbehosten Sohn Dennis aus Bayern, unsere Reise mit einem Abstecher nach Malawi fortzusetzen. Mehr dazu im nächsten Reisebericht.

©2021 Andrea Jungen & Ueli Lattmann. Erstellt mit Wix.com

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