top of page

Wir sind wieder in Botswana!
Heute ist der 2. Januar 2026, ein Feiertag. Die Strasse nach Livingstone ist fast ohne Verkehr, auch danach zum Zoll in Kasane finden sich kaum andere Fahrzeuge unterwegs. Die Zollformalitäten sind im Nu erledigt und es ist noch nicht Mittag, als wir in Kasane versuchen, Geld zu wechseln, um Nötiges einkaufen können. Dies erweist sich als nicht so einfach und schliesslich ist es - aufgrund des Feiertages - nur in Kazungula in einem Supermarkt möglich. Auch können wir keine SIM-Karte kaufen. Wir nehmen es gelassen und fahren weiter Richtung Süden, wo wir vor Nata übernachten wollen.
Auf der Transitstrasse Nord-Süd (Nord-Grenze zu Sambia und im Süden Francistown resp. Hauptstadt Gabarone) sind auch hier wenige Fahrzeuge unterwegs und wir können auf guter Strasse mit 80km/Std. dahinbrausen. Immer etwas zu spät sehen wir am Strassenrand Elefanten und Giraffen: Botswana lässt grüssen und wir freuen uns!

Doch an dieser Stelle ist plötzlich klar: eine ganze Elefantenherde will die Strasse überqueren: das bedeutet natürlich, in grösserem Abstand anzuhalten und ich freue mich, die Situation auf einem Video festhalten zu können, quasi als "Willkomm" von uns in diesem elefantenreichen Land. Hinter uns halten auch ein Lastwagen unf ein anderes Fahrzeug, um den Elefanten den Durchlass zu gewähren. Doch dann geschieht das Unglaubliche:
 

Wir übernachten auf der bekannten Campsite "Elephant Sands": hier sollen angeblich die Regeln der Elephanten vor den Regeln der Menschen gelten.
Vor vier Jahren haben wir hier zwei wunderbare Tage als einzige Camper allein mit Elephanten in grosser Nähe verbracht. Diese schöne und einmalige Erinnerung ist geblieben.
Diesmal ist alles anders: der Platz wurde deutlich vergrössert, mind. 10 weitere Stelzenchalets um das Wasserloch herum gebaut und den Elefanten bleibt lediglich ein Durchgang von ca. 20 Meter Breite, um zum Wasserloch zu gelangen. Die meisten Campingplätze sind besetzt (Feiertage), das Restaurant wurde ebenfalls vergrössert. Für uns ist klar, dass wir uns den äussersten Platz am Rand zum Bush und Wald aussuchen. Und etwas Weiteres ist klar: der Zauber von früher ist verflogen, weg, wohl unwiderruflich. Es ist ein Platz geworden, wo Betrieb herrscht, der funktionieren und möglichst rentieren muss.
Nur wenige alte Elefanten-Bullen kommen vorbei, grasen in der Nähe von unserem Auto und getrauen sich erst in der Dämmerung, ans Wasserloch zu gehen,um zu trinken.

IMG_4497.HEIC

Wir brechen am 3. Januar früh auf, um nach Maun zu fahren. Dort können wir hoffentlich Vieles erledigen und über Internet verfügen, um mit David und Manuela in Kontakt treten zu können. Wir realisieren um 13.00 Uhr leider zu spät, dass am heutigen Samstag ebenfalls noch ein Feiertag in Botswana ist, keine SIM-Karten verkauft und registriert werden und wir bis am Montag warten müssen.
Zum Glück gibt es im Audi Camp gutes Internet und wir können David und Manuela erreichen: wie schön, die Beiden dann am Sonntag hier zu treffen und gemeinsam in der Okavango Brewery Pizza zu essen.
David ist Uelis Grossneffe und arbeitet für wildentrust (www.wildentrust.org) in einem Forschungscamp in der Nähe des Moremi Nationalparks: Ziel ist u.a. der Schutz von Raubtieren (Botswana Predators Conservation), insbesondere der vom Aussterben bedrohten Wild Dogs, die als Einzige dieser Gattung nur in Afrika und insbesondere in Botswana vorkommen.
Manuela als seine Partnerin verbringt derzeit ebenfalls 10 Monate auf der Forschungsstation: wir freuen uns sehr, die Beiden zu treffen und mit/bei ihnen und den anderen Verantwortlichen des Teams ein paar Tage im Dogs Camp verbringen zu dürfen.

Das Audi Camp liegt nördlich von Maun im Dorf Matlapaneng am Thamalakane River, der aus dem Okavango Delta nach Süden fliesst: dank der grossen Bäume ist es hier angenehm schattig, das Camp ist gut ausgestattet mit Pool und Restaurent und liegt ruhig. Die Moskitos sind noch nicht sehr aktiv. Unter den wenigen Reisenden gibt es ab und zu einen Schwatz, wir können zum Einkaufen fahren (endlich eine SIM-Karte) und am Montag am späteren Nachmittag mit David und Manuela zum Wild-Dog Camp aufbrechen. Die Piste Richtung Moremi ist grundsätzlich gut, ab und zu sind ein paar Wasser- und Schlammlöcher zu durchqueren. 

IMG_4512.HEIC
IMG_4520.HEIC
IMG_4517.HEIC
IMG_4523.HEIC

Nach knapp 2 Stunden Fahrt funkt uns Manuela aus ihrem vorausfahrenden Landrover an: "nun kommt das schöne letzte Drittel"¨ und wir biegen ab auf diesen Track, der uns zum Dogs Camp führen wird.
Es könnte tatsächlich nicht schöner sein!
Eine Elefantenherde grast im späten Nachmittagslicht, die Sonne geht langsam unter.

IMG_4631.HEIC
IMG_4629.HEIC
IMG_4529.HEIC
IMG_4537.HEIC

Wow!
Wir sind total überrascht, was uns im Camp erwartet! Wir zeigen einfach ein paar Eindrücke:
am Morgen nach unserer Ankunft teilt uns Opi, die gute Küchenseele mit, dass die Elefanten im Camp seien! Ja, das sind sie ab und zu, mehrmals in dieser Woche. Sie bewegen sich friedlich fressend von der einen zur anderen Seite durch das Camp, scheinen keine Abstands-Probleme zu haben...... die Leute im Camp sind aber immer vorsichtig, bewegen sich nur dicht an den Fahrzeugen oder Gebäuden entlang oder warten einfach ab. Nachts hören wir ab und zu Elefanten schmatzend Gras weiden oder auch einmal furzen......Wir sind perplex, an einem Morgen Fussabrücke direkt neben unserem "Bungalow" und abgerupfte Grasbüschel zu finden: wir sprechen hier von einer Distanz von 1-5 Metern neben den Pfosten des Zeltdachs.

IMG_4566.HEIC
IMG_4545.HEIC
IMG_4575.HEIC
IMG_4632.HEIC

Unser Bungalow-Zelt mit Aussendusche und-Badewanne, und unserer Veranda, von wo wir auf der Marsh-Wiese vor dem Camp zu fast jeder Tageszeit Tiere beobachten können: Zebras und Impalas grasen, Giraffen knabbern an den Büschen, Elefanten ziehen geruhsam vorbei und zwei Hyänen sind plötzlich aus dem Nichtsaufgetaucht und ziemlich schnell vorbeigeschlichen....

IMG_4579.HEIC
JUA05701.JPG
IMG_4576.HEIC
IMG_4592.HEIC

Camp-Impressionen: hier die gute Küchenfee Opi und ihr Backofen, das "Wohnzimmer" unter dem grossen Dach, wo sich so Vieles abspielt

IMG_4572.HEIC
IMG_4573.HEIC

Ab hier heisst es: früh aufstehen (Afrika ist um 6 Uhr auf den Beinen), um 5 oder spätestens um 6 Uhr zur Abfahrt bereit sein. Kurz noch ein Kaffee oder ein kurzes Frühstück, das sich jeder selber macht und dann nach Absprache aufbrechen zur Tiersuche: entweder spezifisch mit dem Ortungsgerät oder einfach schauen, welche Tiere einem wo und wann begegnen. Die Begegnungen mit Wildhunden, Löwen und Hyänen werden dann sorgfältig aufgezeichnet.
Die Morgendämmerung ist jeden Tag etwas ganz Besonderes. David oder Manuela fahren die Offroad-Forschungsfahrzeuge, nehmen immer die Ortungsgeräte mit. Peter, der Campleiter, lädt uns in dieser Woche auch ein paar Mal zu einer Fahrt ein. Diese Fahrten sind für uns immer Gelegenheit, viele Fragen zu stellen und Interessantes zu erfahren.

IMG_4571.HEIC
JUA05677.JPG
IMG_4601.HEIC
JUA05685.JPG

Lechwe Antilopen am Fluss

JUA05695.JPG

Impala mit Jungem

JUA05697.JPG

Nicht nur am Morgen in der golden hour, sondern auch gegen Abend brechen wir zur blue hour auf....... die "Älteren" hier auf der geschützten Bank in der 2. Reihe

IMG_4583.HEIC
IMG_4615.HEIC

Schlecht vorbereitete Fotografin!, als wir aufgrund des Ortungsgerätes den Hyänen-Bau gefunden haben und ganz in der Nähe diese Hyäne sofort aufgestanden ist und sich entfernt hat.
Man muss sich das so vorstellen: mit der Ortungsantenne werden akustische Signale aus einer bestimmten Richtung wahrgenommen. Die Ortungs-Person gibt die Richtung an den/die Fahrer/in weiter, welche/r dann querfeldein durch und über Büsche und kleine Bäume oder bei Grossen darum herumfährt. Es holpert ziemlich und Manuela und David sowie Peter sind in keiner Weise zimperlich, sondern zielorientiert.....die Fahrzeuge müssen Einiges aushalten, sind aber speziell dafür ausgestattet.
Also: die Hyäne war schneller als ich. Aber wenig später traf Peter als Fahrer unerwartet auf diese Büffelherde: bestimmt mehr als 100 Tiere, die friedlich weideten.

JUA05741.JPG
JUA05755.JPG
IMG_4624.HEIC
JUA05771.JPG

Die Tsessebee-Antilope, schnellste Antilope überhaupt, zeigte sich auch

JUA05794.JPG
JUA05807.JPG

Die Landschaft wechselt immer wieder, begeistert, bezaubert und beeindruckt uns:              Flussauen-Landschaft, Savanne, trockene und manchmal feuchte weite Täler

JUA05672.JPG
IMG_4555.HEIC
IMG_4556.HEIC
IMG_4540.HEIC
IMG_4562.jpg
IMG_2578.HEIC

Fahren und Orten: immer ist grosse Aufmerksamkeit gefragt. Permanent wird die Landschaft mit den Augen abgesucht, um Tiere zu entdecken. Beim Einsatz vom Ortungsgerät steht jemand freihändig auf dem Dach des Fahrzeugs oder auf der Ladebrücke und versucht, Signale zu empfangen, die dann an den/die Fahrer/in weitergegeben werden.

IMG_2581.HEIC
IMG_2587.HEIC

Es ist gelungen, die Löwen zu orten und zu finden: sie sind zu dieser Tageszeit löwenfaul, desinteressiert, regen sich kaum, als sogar ein Elefant ganz in der Nähe vorbeiläuft......

IMG_2584.HEIC
IMG_2595.HEIC

Frühmorgens Aufbruch zur heutigen Suche nach Wildhunden: einer dieses Packs (so sagt man zu einer Gruppe von Wildhunden) trägt ein Senderhalsband zur Aufzeichnung wissenschaftlicher Daten und zur Ortung. Und tatsächlich: Manuela und David finden die Wildhunde in der Nähe einer grossen Gruppe Zebras. Die Morgenstimmung ist einzigartig, das Morgenrot geht innert kurzer Zeit in hellen Tag über. Die Wild-Hunde sind ständig in Bewegung, die Zebras jagen die Hunde!, diese fressen an den Resten ihres nächtlichen Risses, nehmen laufend miteinander Kontakt auf, beobachten ihre Umgebung ganz genau. Im Gegensatz zur Löwenbeobachtung sind wir alles andere als gelassen und beobachten die Interaktion und das Spiel der Hunde mit Begeisterung: es lohnt sich, über die Wildhunde zu lesen und wir verstehen David und Manuela in ihrer Passion, zu den Wildhunden zu forschen, immer besser.

IMG_4610.HEIC
JUA05894.JPG
JUA05887.JPG
JUA05920.JPG
JUA05856.JPG
JUA05861.JPG

Jedes Tier hat eine ganz individuelle Zeichnung und wird daran erkannt und fotgraphisch registriert. Bei allen Sichtungen werden möglichst viele Fotos der einzelnen Tiere gemacht, um sie dann im Camp mit der Datenbank abzugleichen und die neuen Daten festzuhalten.

JUA05904.JPG
JUA05910.JPG
JUA05870.JPG
JUA05901.JPG
JUA05912.JPG
JUA05911.JPG
JUA05906.JPG

Mit den vielen Wildhunde-Fotos enden vorerst unsere Tier-Sichtungs-Abenteuer. Nicht aber die Offenheit und Absicht, weitere Tiere zu entdecken.
Peter lädt uns am übernächsten Tag ein, ein anderes Rudel zu suchen. Natürlich nehmen wir diese Einladung mit Begeisterung an. Diesmal brechen wir am späteren Nachmittag auf und Julia, die Volontärin aus Holland, begleitet Peter und übernimmt die Aufgabe mit dem Ortungsgerät.
Es zeigt sich, dass die Signale von der anderen Flussseite kommen. Peter hält kurz inne und entschliesst sich, durch den Fluss zu fahren. Na ja, dies wird in wenigen Minuten ein Abenteuer der eher unerwarteten Art: der Fluss ist nicht sehr tief, aber dem Landrover mit Benzinmotor gefällt es gerade nicht so gut. Er gibt auf und wir stecken im Fluss, quasi fast auf Augenhöhe mit den Wasserlilien. Im Auto macht es kurz ein paar mal BLUBB und wir haben grad noch Zeit, die Füsse und die Rucksäche hoch zu nehmen.

IMG_4646.HEIC
IMG_2619.HEIC
IMG_4650.HEIC
IMG_4655.HEIC
IMG_4613.HEIC
IMG_2622.HEIC
IMG_4651.HEIC

Peter macht ein paar Versuche mit dem Motor, steigt aus und öffnet die Motorhaube: nichts geht mehr. Die Fahrzeuge der Forschungsstation verfügen zum Glück alle über Funk: so ruft er ins Camp an mit der trockenen Information, dass er im nassen Fluss stecke und jemand uns abschleppen müsse. Und innert einer knappen Stunde kommt Allen mit dem starken Landrover und Schleppgurte angebraust, Peter montiert diese und wir gelangen quasi trockenen Fusses wieder auf festen Boden (im Fluss leben nämlich auch Krokodile). Peter ist in der ganzen Situation die Ruhe selbst und strahlt grosse Sicherheit aus.  Alles kommt gut und mit viel Schieben aller Anwesenden in den auf dem Heimweg vorhandenen Tiefsand-Passagen kommen wir wohlbehalten, aber total verstaubt wieder im Dog-Camp an. Der Landrover benötigt dann in den Folgetagen ein wenig Hilfe.........

Eine unvergessliche Woche mit David und Manuela im Dogs Camp von wildentrust.org: tuusig Dank und euch Beiden und euren Projekten alles, alles Gute!

IMG_4634.HEIC

Diese grossen Riesen und auch die kleinen Hübschen machen es uns nicht leicht, das Wild-Dog-Camp zu verlassen und wieder aufzubrechen: quasi vor unserer Zeltveranda oder auf dem kurzen Weg zum Aufenhaltsbereich zeigen sie sich uns nocheinmal und lassen uns einfach wissen, wie das Leben spielt, wer und was hier wichtig ist.

JUA05711.JPG
JUA05726.JPG
JUA05927.JPG
JUA05842.JPG
JUA05932.JPG

Die nächsten Tage wollen wir in Khwai nördlich vom Moremi Nationalpark und wenn möglich an zwei Orten im Nationalpark verbringen. Wenn möglich bedeutet ganz einfach, wenn das Wetter und die Wegverhältnisse es zulassen.

Bei Sonnenschein fahren wir der Feuerschneise vom Dogs Camp entlang zum South Gate, meistern ein üppiges Schlammloch dank Untersetzung und Differentialsperren und fahren von dort zum North Gate des Moremi Nationalparks: wir sehen ein paar Elefanten und sind erstaunt, keine anderen Tiere zu sehen. Aber wir wissen, dass sie aufgrund der bisherigen Regenfälle und üppiger Vegetation überall genügend Nahrung und Wasser finden.
In Khwai kommen wir kurz nach der "berühmten Brücke am Khwai" kurz vor dem Gewitter an der Hippo Pool Campsite an, das Gras und die Ried-Flächen stehen mehr als 1 M hoch. Wir können das Grunzen der Hippos hören, sie aber nicht sehen. Und nachts hören wir Löwen brüllen, das Pflotschen der Hippos, wenn sie aus dem Fluss kommen um zu fressen und wir hören die Hyänen rufen. Das ist ganz nach unserem Geschmack......
Nun, die Wetterprognosen sind nicht gerade rosig, weitere Gewitter und Regenfälle sind angesagt. Der Nebenfluss vom Khwai steht hoch, der Khwai ebenfalls. Das Wasser reicht bis an die Reception und das kleine Restaurant heran, die auf Pfählen stehen. Der direkte Weg zu unserer Campsite führt derzeit durch zu tiefes Wasser, weshalb wir einen Umweg fahren müssen. Die von uns gewünschte Strecke von Khwai nach Xakanaka ist derzeit leider und für längere Zeit nicht befahrbar.
Wir entscheiden uns kurzfristig und etwas wehmütig für eine Mokoro-Fahrt im Einbaum und lassen uns durch den Fluss und das Sumpfgebiet staken: ein kleiner Trost für die Tatsache, die Pläne halt wieder einmal deutlich ändern zu müssen.

IMG_2628.HEIC

Mokoros sind traditionelle Einbäume aus Holz, von Hand bearbeitet und ausgehölt. Sie dienen den Einheimischen zum Fischen und für Transporte.
Seit vielen Jahren gibt es aus tourist. Gründen auch Kunststoff-Mokoros, die je nach Grösse und Gewicht der zu Transportierenden für die "Staker" viel handlicher und leichter zu handhaben sind.

IMG_4687.jpg
IMG_4692.HEIC
IMG_4699.HEIC
IMG_4663.jpg
IMG_4670.HEIC
IMG_4676.HEIC
IMG_4713.HEIC

Der nächste Morgen beginnt sonnig, aber die Wetterprognosen sind sehr ungünstig und wir wissen, wie schnell sich in der Regenzeit die Situation ändern kann. Schliesslich erweitern wir unseren Entscheid am Abfahrtsmorgen, bis nach Maun zu zurückzufahren, uns aber auf der Fahrt durch den Moremi Park zurück viel Zeit zu nehmen.
Und so schlecht ist dieser Entscheid nicht: unterwegs treffen wir auf Schlammlöcher und kommen erneut dank Untersetzung und Differentialsperren (und natürlich einfach weil Ali so ein starker Kerl und Ueli so ein guter Fahrer ist) aus eigener Kraft wieder aus so einem Drecktümpel raus. Es setzt Spitzer ab und Andreas Fensterscheibe steht dummerweise offen: also fliegen Schlammfetzen auch auf Arme, Scheibe und Autositz!!! Aber Hauptsache, wir sind nicht steckengeblieben.

Wenig später treffen wir auf ein anderes Fahrzeug in einem Schlammloch: den beiden Reisenden geht es grad nicht so gut und ihre Versuche, sich zu befreien, waren bisher erfolglos. Ihre Stimmung hebt sich aber, als sie unser Auto mit der Seilwinde sehen. 
Der Aufwand für unseren Ali ist nicht sehr gross: Ueli betätigt die Winde, Andrea gibt Gas und steht auf der Bremse, fährt dann langsam rückwärts. Das fremde Fahrzeug kommt in Bewegung und manövriert sich mit Hilfe der Seilwinde schlitternd aus dem Schlamm. Wir fahren dann mit beiden Autos einfach einen Umweg durch das dichte Gebüsch (wozu haben wir ein Offroad-Fahrzeug!).

IMG_4719.HEIC
IMG_4720.HEIC

In der Nähe vom South Gate und vor dem Verlassen des Nationalparks treffen wir auf viele Elefanten. Die einen vergnügen sich im Wassertümpel, die andern, oft alte Bullen, trotten in der Mittagshitze davon und suchen Schatten.
Es ist der Elefantenabschied für uns aus dem Nationalpark und aus Botswana.

JUA05977.JPG
JUA05979.JPG
JUA05824.JPG
JUA05989.JPG
JUA05961.JPG
IMG_4724.HEIC

Die Fahrt nach Maun dauert länger als erwartet: die Strecke nach dem Park bis zur Hauptverbindung nach Maun ist voller Schlaglöcher. Schliesslich gelangen wir aber nach einem langen Fahrtag erleichtert wieder ins Audi Camp. Und was passiert?
Starker Regen setzt ein! Wir sind froh, die einzigen Camper zu sein und dürfen unseren Ali so hinstellen, dass wir das Dach nutzen können, unter dem jeweils Gruppen von Reisenden ihre Tische und z.T. Zelte aufstellen. Also gelangen wir vom Auto ganz trocken unters Dach und können kochen und essen, ohne nass zu werden. Der Platz ist zwar nicht so romantisch wie unser letzter hier unter den grossen Bäumen, aber total praktisch und trocken in diesen vier Tagen. Es gilt, wieder einmal viel Wäsche zu waschen, am Reiseblog zu arbeiten und Platz für Unerwartetes und die Planung der nächsten Reiseetappe zu haben. Das Unerwartete trifft schneller ein, als wir denken.

IMG_4727.HEIC
IMG_4729.HEIC

Am kommenden Tag erkundigen wir uns nach einem verlässlichen Automechaniker, da unsere Handbremse nicht mehr gut funktioniert.
Zum Glück hat Mr. Fish anderntags Zeit, sich die Bremsen vom Ali anzusehen.....und er stellt fest: Alles ist total verschlammt und die Bremsbeläge bis aufs Metall abgeschliffen! Also sofort neue Bremsbeläge einbauen und wir sind total erleichtert, als nach drei Stunden alles bestens erledigt ist. Mr. Fish war mindestens so sehr der Alles-Putzer als auch der Automechaniker. Und seine Warnung an uns: bei solchen Fahrverhältnissen alle 8'000km die Bremsen kontrollieren! Das nehmen wir uns sehr zu Herzen. Einmal mehr sind wir beeindruckt von der Kompetenz und Freundlichkeit von lokalen Mechanikern; Mr. Fish wartet auch die Forschungsfahrzeuge von wildentrust.

IMG_4730.HEIC
IMG_4734.HEIC

Der letzte Tag in Botswana:
wir wissen nicht, ob es die Strassenverhältnisse heute zulassen, in einem Tag von Maun via Nokaneng über die kleine östliche Grenze in Dobe nach Namibia zu fahren.
Doch wir haben Glück!
In dieser Region hat es offensichtlich weniger geregnet und die Teerstrasse nach Nokaneng ist nur auf wenigen Kilometern voller Schlaglöcher und wird zur sehr langsamen Strasse. Meistens kommen wir gut voran, sogar auf der Sand- und Gravelpiste, wo uns Hirten oder ihre Tiere begegnen.

Nach sechseinhalb Stunden gelangen wir zum alten Zollhäuschen an der Botswana-Grenze in Dobe. Neue Gebäude sind erstellt worden, aber noch nicht in Betrieb.
Der Zollbeamte ist sehr effizient: innerhalb von 15 Minuten sind alle Formalitäten erledigt und er entlässt uns ins Niemandsland nach Namibia.

Zwei ältere und neuere hohe Zäune bezeichnen die Grenze, dazwischen liegt die wichtige Feuerschneise. Das erste Gebäude in Namibia beherbergt die wichtigen Agrikultur-und Veterinärs-Büros (speziell wegen der hier öfters auftretenden Maul- und Klauenseuche). Und man sieht deutlich, wie die Zielgruppe ein und ausgeht, sich niederlässt und auch auf Bewilligungen wartet?
Auch beim Immigration- Office läuft alles knapp und effizient ab. Leider erhalten wir zwar die Aufenthaltsbewilligung für uns selber ohne Probleme, doch Ali erhält keinen Stempel in sein Carnet de Passage. Der Grund: diese Grenze hat keinen Zoll!
Vor vier Jahren war dies möglich und man hat uns den nötigen Stempel ohne Probleme in das CdP gedrückt. Aber damals war Covid-Zeit und Alles anders.
Nun, wir werden schauen und herausfinden müssen, wo wir den nötigen Stempel und zudem auch die Road Tax Bewilligung (obligat.Strassensteuer), erhalten und  bezahlen können.

Ankunft in Namibia bei schönstem Wetter! 

©2021 Andrea Jungen & Ueli Lattmann. Erstellt mit Wix.com

bottom of page